das unwort des jahres (1)

irgendwie ist „unwort“ ja schon ein unwort an sich. aber – wo wir gerade dabei sind – kröne ich für mich das unwort des jahres 2008. und zwar ganz stilecht am letzten tag. bevor ich noch viel erzähle, obwohl mir nichts sinnvolles einfällt – hier ist es (tadaa):

human resources

es ist einfach immer wieder denkwürdig, wenn menschen als ressource betrachtet werden…

2 reaktionen zu “das unwort des jahres (1)”

  1. Cons+an+ine

    tja, so leids mir tut ed. Da kamen dir die Offiziellen schon (beinahe) zuvor. Und zwar als Unwort des 20. Jahrhunderts.

    Zitat (www.unwortdesjahres.org):

    Neben dem »Unwort des Jahres 1999« wählte die Jury auf der Grundlage der mehrjährigen Sammlung von Unwort-Vorschlägen und wortgeschichtlicher Untersuchungen mit dem Begriff »Menschenmaterial« auch das »Unwort des 20.Jahrhunderts«.

    »Menschenmaterial«

    ist zwar bereits im 19. Jahrhundert aufgekommen und spielt u.a. schon bei Karl Marx (1867) eine Rolle, hat aber im 20.Jahrhundert seine besonders zynische Bedeutung gewonnen, nicht zuletzt als Umschreibung von Menschen, die als Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg »verbraucht« wurden. Dieser zeiten- und ideologienübergreifende Begriff steht exemplarisch für die weitgediehene Tendenz, Menschen nur noch nach ihrem »Materialwert« einzuschätzen. Er ist gleichsam der Vater für ebenfalls zynische Begriffe wie »Schüler-, Lehrer- oder Spielermaterial«, aber auch für Unwörter wie »Patienten-, Geburten- oder Häftlingsgut«. Das Medizinern immer noch geläufige Wort vom »Patientengut« wurde 1999 durch einen süddeutschen Klinikchef noch unterboten, der Todkranke gar als »morbides Patientenmaterial« umschrieb. Dem Ungeist, der solchen Wortschöpfungen zugrunde liegt, entsprechen denn auch zahlreiche andere Materialisierungen des Menschen wie »Biorohstoffe«, »Organgewinnung«, »weiche Ziele« (im Artilleristenjargon), »Humankapital« und »Bodyleasing« sowie die Abfallmetaphern »Belegschaftsaltlasten«, »Personalentsorgung« und »Wohlstandsmüll«.

    /Zitat

    Ich denke, da passt „human ressources“ genausogut rein.

  2. edgar

    ich habe nicht den anspruch, das gesamte internet gelesen zu haben und mich an alles zu erinnern, was innerhalb der letzten 9 jahre vorgefallen ist.

    deshalb steht da auch: „[…] kröne ich für mich […]“. wenn ich es für die ganze welt gekrönt hätte, hätte ich mich auch vorher umgesehen gehabt.

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