monatsarchiv für Januar 2013

strom & wind

Sonntag, den 6. Januar 2013

leicht gespenstisch heben sich die dunklen, skelettartigen silhouetten der strommasten vom zwielichtigen, wolkenverhangenen abendhimmel ab. als kind stellte ich mir oftmals die frage, wann diese gigantische infrastruktur wohl erbaut worden war, denn ich habe nie gesehen, wie ein strommast errichtet worden war. für mich waren die zum teil kollosal wirkenden masten das zeichen unserer zeit; ein zeichen für die fortgeschrittenheit der welt, in der ich aufwuchs. ich konnte mir nicht vorstellen, dass es jemals kontroversen um den bau dieser strukturen gegeben haben könnte; schließlich war strom etwas unersetzlich wichtiges.

heute erstreckt sich dieser gedanke auch auf die windräder. ich erfreue mich an ihrem anblick und ich hege eine gewisse ehrfurcht gegenüber der ingenieurskunst, strukturen von solcher größe und dynamik zu erschaffen. für mich sind sie ein zeichen des fortschreiten unseres energiesystems ins postatomare zeitalter. ist es nicht großartig zu sehen, dass sich die gewalten der natur auf eine sichere art nutzen lassen um den strom zu gewinnen, ohne den unser leben heutzutage schier undenkbar scheint?